John Deweys “Pattern of Inquiry”

Meine pädagogische Forschung beschäftigt sich mit John Deweys pädagogischer Vision vor allem um den „pragmatischen Ansatz“ der Handreichung der KMK für die schulpraktische Umsetzung auf eine breitere methodische Basis zu stellen.

Besonders für die fachdidaktische Forschung ergeben sich durch John Dewey zahlreiche Impulse zur theoretische Begründung des Handelns im Unterricht.

Es geht also nicht um die wissenschaftshistorische Aufarbeitung eines pädagogischen Klassikers, sondern um schulpraktische Konsequenzen für erfolgreichen handlungsorientierten Unterricht.

Eine Konsequenz besteht darin, eine mögliche pragmatisch orientierte Erweiterung der vorhandenen Fachdidaktik zu einer Lernfelddidaktik an der Vision Deweys auszurichten. An Dewey interessiert im Gegensatz zu vorhandenen didaktischen Modellen die Ausrichtung auf konsequenzenorientiertes Handeln im Unterricht. Schon von Oelkers wird Dewey als ein Autor präsentiert, der einen radikalen Traditionsbruch vollzogen hat. Er sei „der erste pädagogische Autor, der eine ateleologische Bildungstheorie vorlegte, die entschlossen mit allen ‘substantiellen’ Vernunftbehauptungen bricht und die pragmatische Erfahrung zur Grundlage der Erziehung macht“.

Für einen Lernfeldunterricht, der helfen soll, berufliche Handlungskompetenz aufzubauen, schafft die pragmatische Methode Handlungsmöglichkeiten. Sie eröffnet mit dem universellen Forschungsleitfaden ‘Pattern of Inquiry’ ein unterrichtlich wirksames Muster ohne Anspruch auf letztgültige philosophische Antworten zu erheben:

„Philosophie ist eine Überschau des Möglichen, nicht ein Bericht über vollendete Tatsachen. Daher ist die Philosophie hypothetisch wie alles Denken. Sie ist eine Aufgabe, sie bezeichnet etwas, was getan, was versucht werden muß. Ihr Wert liegt nicht darin, daß sie Lösungen liefert (Lösungen können nur im Handeln gewonnen werden), sondern in der Herausstellung von Schwierigkeiten und dem Hinweis auf mögliche Methoden zu ihrer Überwindung“.

Für John Dewey kann der Lernprozess dem Prozess des Untersuchens, des Forschens, gleichgestellt werden. Der Bedarf an einer Untersuchung entsteht in Situationen, die unbestimmt sind, damit so problematisch sind, dass sie die Lebenswelt der Lernenden berühren. Die Situationen sind in ihrer Unbestimmtheit unteilbar, aber nicht in der positiven Bedeutung des Einklangs mit ihr, sondern in der negativen Bedeutung einer Störung, ja sogar des Scheiterns vorhandener Problemlösungsgewohnheiten. Eine Untersuchung im Sinne Deweys besitzt ein funktionelles Verlaufsmuster und endet mit tentativen Lösungsvorschlägen.

Mein Disputationsvortrag Handlungsorientierter Lernfeldunterricht als PDF.