Die Freiheit des Denkens

von Benjamin SchmidtDenken wir noch selbst, oder lassen wir mittlerweile denken?

Natürlich denken wir, denn nicht denken tun ja immer nur die anderen. Schließlich informiert man sich. Man sieht die Nachrichten im Fernsehen, kauft sich Zeitungen oder liest die News im Internet. In der Regel geht es in den Medien um Themen wie wachsende soziale Armut, Terrorismus und seine Folgen auf uns, Fehltritte sämtlicher Prominenter und natürlich die Benzinpreise.

Natürlich hat jeder zu jedem Thema eine Meinung. „Der Steuerzahler zahlt für die arbeitslosen Alkoholiker!“„Daniela Katzenberger ist doof!“ „Die Spritpreise sind glatter Betrug!“ Aber woher kommen diese Meinungen? Bilden wir sie selbst oder ist es nur das beste Argument des Nachrichtensprechers oder der Zeitung, welche uns am seriösesten erscheint? Wie sehr lenkt uns unsere Gesellschaft mittlerweile gezielt in eine Richtung? Was kann man überhaupt noch glauben? Haben Zeitungsjournalisten Angst vor Krebserregern im Essen oder nur Angst vor leeren Seiten? Spielen die Terroristen verrückt oder nur die Terrorbekämpfer?

Die Hardware

Der Begriff „Denken“

Unter Denken werden alle Vorgänge zusammengefasst, die aus einer inneren Beschäftigung mit Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffen eine Erkenntnis zu formen versuchen. (Wikipedia)

Unser Gehirn spielt uns Streiche

Laut Definition versucht man also, anhand von Erfahrungen, Erinnerungen und Vorstellungen, die man in seinem Leben gewonnen hat, aktuelle Situationen und Problematiken zu lösen. Ein einfaches Beispiel beweist das:

Freiheit des Denkens

Im linken Bild erkennt man deutlich einen Würfel, wie man ihn schon unzählige Male gesehen und gezeichnet hat. Falsch! Keine der Linien berührt eine andere. In Wirklichkeit sieht man 12 schwarze Linien auf einem weißen Blatt Papier. Das rechte Bild beinhaltet exakt das Selbe. 12 Linien. Der Würfel ist also nur eine Interpretation unseres Denkens.

Und so interpretieren wir unsere komplette Umwelt. Wir deuten Dinge aufgrund unserer Erfahrungenund Erinnerungen in ähnlichen Situationen und bezeichnen diese dann als „Realität“. Man sollte also mit dem Begriff „Realität“ vorsichtig sein. Jeder hat andere Erfahrungen und jeder einen anderen Blickwinkel. Eine Biene zum Beispiel würde dieses Bild völlig anders interpretieren. Sie sieht anders und kennt Würfel nicht. So ist es mit allen Sinnesorganen. Wir hören nicht was wir hören, sondern was unser Gehirn uns hören lässt.

Wir sehen also unsere Umwelt nicht fotografisch, sondern vom Gehirn konstruiert. Ein weiterer Streich unseres Gehirns ist das Phänomen, dass der Mond viel größer erscheint, wenn er knapp über dem Horizont steht, anstatt frei am Himmel. Objekte erscheinen immer dann größer, wenn im Umfeld optische Störgrößen erscheinen. Täuschungen der Sinnesorgane können also auch Verzerrungen der Realität hervorrufen.

An was denkst du gerade?

Man denkt immer. „Nichtdenken“ gibt es nicht. Je mehr man versucht an Nichts zu denken, desto mehr denkt man an alles andere. In der Regel werden einem nur die Endergebnisse des Denkens bewusst und auch meist nur dann, wenn man bewusst an etwas denkt. Nicht aber die Denkprozesse selbst. Denkt man zum Beispiel unbewusst an völlig belanglose Dinge z.B. wer hat als nächster Geburtstag?Was mache ich heute Abend? Wie war nochmal der Satz von Steiner? Und jemand fragt: „Was denkst du gerade?“, dann ist die Antwort: „Nichts“. Man kann sich wahrscheinlich nicht einmal an das eben Gedachte erinnern. Und das ist auch gut so. Wohin sonst mit den ganzen Informationen, wenn wir jeden Gedankengang dokumentieren würden?

Intelligenz

In der Regel werden Kandidaten, die bei „Wer wird Millionär“ in einen sechsstelligen Gewinnbereich vordringen, vom Publikum für sehr intelligent gehalten. Viele Deutsche glauben wahrscheinlich sogar, dass Günter Jauch der klügste Deutsche ist. Es bedarf allerdings keiner wahnsinnig hohen Intelligenz, Multiple-Choice-Fragen flüssig abzulesen, bzw. diese beantworten zu können.

Intelligenz ist die Fähigkeit, frühere Erfahrungen auf die aktuelle Situation zu übertragen und so zu einer kreativen Lösung zu kommen. Sie wird nicht am Wissen des Menschen fest gemacht. Demnach gelten auch viele Tiere als intelligent. Vögel benutzen Grashalme, um nach Essen zu angeln und Hunde können den Landepunkt eines geworfenen Balles punktgenau vorhersehen.

Ein übliches Verfahren, um Intelligenz zu messen, ist der IQ-Test. Dieser misst Fähigkeiten wie logisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen. Aspekte wie Moral, Verantwortung und Respekt entziehen sich diesem Test. Und doch, wenn man einen IQ von 130 erreicht, gilt man als überdurchschnittlich klug. Intelligenz ist nicht trainierbar, sondern genetisch bedingt.

Ein bedeutender Teil der Intelligenz-Gene liegt auf dem X-Chromosom. Frauen haben zwei, Männer eins. Dass bedeutet aber nicht, dass Frauen schlauer sind, sondern das ein Chromosom mit weniger Intelligenz durch ein zweites mit mehr Intelligenz ausgeglichen werden kann. Deshalb sind statistisch gesehen Frauen „intelligentes Mittelmaß“. Bei Männern mit nur einem X-Chromosom fällt dieses Mittelmaß kleiner aus, dafür gibt es mehr männliche Genies – aber auch mehr Idioten.

Das Auge des Betrachters – Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Unser Denken wird grundlegend von zwei Grundeinstellungen heraus gesteuert. Optimismus und Pessimismus. Jeder hat seine Ansichtsweise. Diese sind durch Erfahrungen in der Kindheit begründet. Die wirklich korrekte Antwort auf die oft gestellte Psychologenfrage gibt der Realist: Von einem neutralen Standpunkt aus betrachtet ist das Glas nämlich schlicht doppelt so groß, als es sein sollte.

Wie Einstein in seiner Relativitätstheorie feststellte, kommt im Leben alles auf das Auge des Betrachters an.

Alle paar Monate bricht in Deutschland das Lottofieber aus. Sobald der Jackpot eine gewisse Höhe erreicht hat, bilden sich Schlangen an den Annahmestellen. Dabei sind die Chancen auf einen Gewinn bei 1:140 Millionen ungefähr genauso groß, als würde man gar nicht spielen. Hier kommt das Auge des Betrachters ins Spiel.

Der Lottospieler denkt: „1:140 Millionen – es könnte mich treffen.“ Der Raucher denkt: „Die Chancen, an Lungenkrebs zu erkranken liegen bei 1:1000 – warum sollte es ausgerechnet mich treffen?“

(Vince Ebert in “Denken Sie selbst! Sonst tun es andere für Sie“)

Genau diese Beurteilungsschwäche des Menschen trägt die Schuld daran, dass man am Roulette-Tisch Geld verliert. Man sieht die letzten Runden und denkt intuitiv, dass nach fünfmal rot jetzt doch einfach schwarz kommen muss. Das ist natürlich Quatsch, denn eine Kugel hat kein Gedächtnis. Dem Menschen fehlt die Fähigkeit mit Wahrscheinlichkeit und Zufall umzugehen. Und genau das machen sich unter anderem die Lottogesellschaften gern zunutze. Man sollte also einfach öfter einmal versuchen, verschiedene Blickwinkel zu betrachten, bevor man sich eine Meinung bildet.

Google und unser Gehirn – Eine gefährliche Symbiose?

Symbiose: griechisch;sym, zusammen; bios, Leben. In der Psychologie beschreibt der Begriff eine bestimmte Abhängigkeit beim Menschen.

Verändert das Leben im digitalen Zeitalter die neuronale Verdrahtung des Gehirns? Diese bisher vor allem von besorgten Eltern gestellte Frage beschäftigt jetzt auch zunehmend die Neurobiologie und Psychologie. Einige Wissenschaftler sind überzeugt, dass der regelmäßige Aufenthalt im Netz die Art und Weise beeinflussen könnte, wie wir lesen, lernen und miteinander umgehen. (Welt Online)

Die Zeit, die wir in der digitalen Welt verbringen, nutzen wir nicht um mit Menschen zu kommunizieren, zu reden, zuzuhören. Es fällt vor allem Kindern, die damit aufwachsen schwer, sich auf eine solche Sache länger zu konzentrieren.

Die Vermutung auf einen Zusammenhang mit der „Volkskrankheit“ ADHS liegt nahe.

“Is Google making us stupid?“

Diesen recht dramatisch dargestellten, kulturpessimistischen Aufsatz hat Nicholas Carr 2008 in der Zeitschrift „The Atlantic“ veröffentlicht. Er stellt an sich selbst und Anderen fest, dass die Art am Bildschirm zu lesen, von Link zu Link zu hüpfen, anzulesen, wegzudrücken, ihn unfähig macht, ein längeres Buch zu lesen.

Es entsteht der Eindruck, Google baut nur auf das Kurzzeitgedächtnis, wobei Bücher sich imLangzeitgedächtnis festsetzen. An seine letzten 3 gelesenen Bücher dürfte sich jeder ohne weiteres erinnern – bei den letzten 3 Suchbegriffen im Netz dürfte dies so manchem schwer fallen. Er kommt zu dem Schluss, dass die Auslagerung unseres Gedächtnisses in das Google-Suchfeld den Menschen in eine Falle führt.

“Fakt ist, dass online lesen nicht Lesen im traditionellen Sinne bedeutet, sondern man Anzeichen für eine neue Form des Lesens erkennen kann, dem „Power Browsing“. Horizontales überfliegen von Überschriften, Wortgruppen und Stichwörtern für einen schnellen Sucherfolg. Es macht fast den Eindruck, als versuche online lesen das traditionelle Lesen zu vermeiden.“ (Nicholas Carr)

„Man muss nicht alles wissen – man muss nur wissen, wo es steht.“

Schon die griechischen Philosophen Platon (428 – 348 v. Chr.) und Sokrates (469 – 399 v. Chr.) kritisierten die Erfindung der Schrift, weil diese das Gehirn fauler macht. Man müsse sich nichts mehr merken, könne alles aufschreiben.

Die mündliche Lehre entwickelt die Inhalte weiter, Schrift lässt sich nicht ändern.

Der Leser nimmt sie auf und glaubt nur zu wissen – in Wirklichkeit meint er nur. Er ist kenntnisreich, aber nicht einsichtsreich.“ (Barbara Jansen)

Es gab also schon weit in der Geschichtediesen Kulturpessimismus, dass jedes neue Medium die Menschheit verdummen könnte. Es entwickelte sich jedoch immer nur eine Eingliederung in den vorhandenen Medienmix und ein neuer Umgang damit. Buch, Radio, Fernseher… alle haben sich eingegliedert. Ein akademisch gebildeter Intellektuellerverblödetsicher nicht, wenn er jetzt auch mal googelt. Leichte Angst bekommt man allerdings bei dem Gedanken an zukünftige Akademiker, die ausschließlich googeln.

Dass Google allerdings in erster Linie nicht für unsere Bildung, sondern lediglich für Informationen, die für das Langzeitgedächtnisirrelevant sind, genutzt wird, beweist ein Blick auf die häufigsten Suchbegriffe, die sich in der Regel jährlich ähnlich wiederholen:

  1. Facebook
  2. YouTube
  3. Berlin
  4. eBay
  5. Google
  6. Wetter
  7. TV
  8. gmx
  9. you
  10. Test

Evolution des Gehirnes durch Google & Co.?

Aufgrund der Allgegenwärtigkeit des Internets heutzutage und der Tatsache, dass Google sich, auf der einen Seite durch seine Fülle an Möglichkeiten und andererseits durch seine Schlicht- und Einfachheit, zur Kernapplikation des World Wide Web durchgesetzt hat, ist es als wichtiges Medium nicht mehr wegzudenken. Richtig eingesetzt kann die Evolution (des Gehirnes) davon profitieren. Es kann auf Dauer bei der Verarbeitung großer Informationsmengen und verschiedener visueller Stimulationen an Effizienz gewinnen.

„Es bleibt die Aufgabe unserer Gesellschaft in Zukunft dafür zu sorgen, dass freie Menschen das Recht haben müssen, diese Technik zu nutzen, ohne sie anbeten zu müssen.“ (Susanne Gaschke, Die Zeit)

Herdentrieb und Schweigespirale – die Macht der Medien

Die Schweigespirale

Elisabeth Noelle-Neumann, Gründerin des Meinungsforschungsinstitutes „Allensbach“, hat in den 70er Jahren mit ihrer Theorie der Schweigespirale polarisiert. Geändert hat sich seitdem nichts. Im Gegenteil.

Die Theorie besagt, dass die Bereitschaft vieler Menschen, sich öffentlich zu ihrer Meinung zu bekennen, in bestimmten Fällen von der wahrgenommenen Mehrheitsmeinung abhängt. Dabei können die Massenmedien erheblichen Einfluss auf das Publikum und damit auf die öffentliche Meinung ausüben.

Es zählt also nicht die Stärke oder Richtigkeit, sondern der Trend. Und hier kommen die Massenmedien ins Spiel.

Infotainment und die Fabrikation des Mainstream

Niemandem fällt es leichter, als selbst die abwegigste Meinung der kleinsten Minderheit als Mehrheitsmeinung zu verkaufen. Selbst einstige Qualitätsmedien, wie Spiegel oder Stern, berichten zunehmend über Boulevardthemen, während kritische Politsendungen im Nachtprogramm verschwinden. Gleichzeitig wird mit strategisch geplanten und systematisch inszenierten Kampagnen gezielte Desinformation betrieben. So lange, bis alle der Botschaft glauben, die durch vermeintliche Experten in die Köpfe gestreut wird.

Für diese Art der Meinungsbildung gibt es 2 Grundlagen, um sie in der Regel durchzusetzen -wissenschaftliche Studien und Meinungsumfragen.

Jede noch so provokante These ist mittlerweile wissenschaftlich abgesichert. Meist von amerikanischen Wissenschaftlern. Jeder kennt die Meldungen, die beginnen mit: „Amerikanische Wissenschaftler fanden heraus, dass…“ Warum eigentlich so selten dänische oder ukrainische? Tatsächlich fanden amerikanische Wissenschaftler in einer Studie heraus, dass 90 Prozent der Berichte über Studien amerikanischer Wissenschaftler völliger Nonsens sind.

Ein weiteres Zauberwort ist die Meinungsumfrage. In jeder Einkaufsmeile oder auf Marktplätzen finden sich inszenierte „normale Bürger in täglichen Alltagssituationen“, die für 10 Sekunden TV-Ruhm gerne jede Meinung vertreten, die der Teleprompter ihnen vorgibt. Diese wird dann als repräsentative Volksmeinung unter dem Titel „Ganz Deutschland fordert…“ auf allen Kanälen im Stundentakt gesendet und schon wird die Schweigespirale zur Erfolgsspirale der Medien.

Ein Lehrstück an Irreführung war eine Forsa-Umfrage im Frühjahr 2006, ob man Hartz IV

a) grundlegend reformieren oder

b) nur ein bisschen nachbessern sollte.

(Thomas Wieczorek in “Die verblödete Republik: Wie uns Medien, Wirtschaft und Politik für dumm verkaufen“)

Offensichtlich war in dieser Umfrage für andere Meinungen kein Platz.

Heutzutage wirken die Massenmedien überall in der Willens- und Meinungsbildung mit. Sie nötigen Bürgern und Politik unwichtige oder erfundene Themen auf, hetzen gegen Minderheiten, entlassen Fußballtrainer, demontieren gezielt ungeliebte Politiker oder Künstler und machen im Gegenzug inkompetente Selbstdarsteller zu Stars. Es schlussfolgert sich folgende These:

Die Macht der Medien gefährdet nicht nur die Demokratie, sondern auch unsere geistige Gesundheit. Das Aufsaugen manipulierter oder virtueller Bilder ersetzt das logische und systematische Denken. (Giovanni Sartori in “Die verblödete Republik“)

Und täglich grüßt das Murmeltier

Wie viele Effs enthält das Alphabet? Noch dreißig Sekunden! Ruf an! 500 Euro sicher! Der Hot-Button schlägt jeden Moment zu!

In Deutschland schaut jeder im Durchschnitt 208 Minuten Fernsehen am Tag. Das sind 52 Tage im Jahr. Fast 2 Monate.

Fernsehen findet immer und überall statt. Es gibt sogar bunte Fernseher im Spongebob-Design, damit auch die Allerkleinsten in ihrem Kinderzimmer keine Folge CSI Miami verpassen. Es gibt ja auch viel zu sehen. Jedes noch so absurde Thema bekommt seine eigene Sendung. Zahllose Experten inklusive.

Egal ob Goldhamster mit Prostataproblemen, Shoppingtouren mit der New Yorker Upper Class oder Hobbyköche, die zur besten Sendezeit halbwegs koordiniert einen Brühwürfel in den Topf werfen können – rund um die Uhr entleeren dutzende Fachleute ihre Worthülsen. Jeden Tag. Woche für Woche baut Peter Zwegat Schulden ab und die Supernanny setzt quengelnde Kinder auf die stille Treppe.

Schaut man sich ein paar Tage hintereinander das Nachmittagsprogramm der ProSiebenSat1 Media AG oder der RTL Gruppe an, fühlt man sich ein wenig, wie in der Filmkomödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“. In dem Film sitzt Bill Murray in einer Zeitschleife fest und erlebt den gleichen Tag albtraumhaft wieder und wieder. Die Tendenz dieses Trends ist stark steigend. Sicherlich waren auch vor 20 Jahren Sendungen wie „Dalli-Dalli“ oder „Das Familienduell“ nicht gerade die Speerspitze der Intellektualität. Aber damals haben sich die Fernsehmacher wenigstens noch Mühe gegeben. Heute scheint es einzig darum zu gehen, das Niveau und die Produktionskosten möglichst niedrig zu halten. Schlimmerweise geht das Konzept auf.

Die vorläufige Spitze des Eisberges,der verblödenden Nachmittagsprogramme der privaten Sender, sind die sogenannten Realitysoaps. Dem offensichtlichen Zielpublikum von „Mitten im Leben“ und Co. wird suggeriert, dass es wohl noch sozial schwächere Mitbürger gibt. Der Eindruck, dass höhere Mächte versuchen, mit dieser Art der Unterhaltung die sozialen Missstände im Land nicht als Problem, sondern als Normalität darzustellen, liegt nicht fern. Denn selbst beim blödesten Programm ist der >>Prekarier<< besser aufgehoben, als beim kritischen Lesen oder gar Demonstrieren.

Schlussendlich…

„Bildung“ und „Wissen“ bedeutet die Fähigkeit, seine Grundrechte sinnvoll wahrzunehmen, zum Beispiel sich zu informieren, politisch zu betätigen, seine Meinung zu äußern und zu wählen. Die Grundlagen hierfür sind meist leider nur im überschaubaren Maße vorhanden.

Ein gewisses Maß an Bildung ist notwendig, um ein System aufrecht zu erhalten.

Die Zukunft wird zeigen, ob das Individuum Mensch sich weiter systematisch verdummt und zurückentwickelt oder sich auf die Ideale ihrer Vorgänger besinnt, um eine Kehrtwende auf dem momentan eingeschlagenen Weg in „Verblödungsstaat“ zu bewältigen.

Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen,

und das ganze Volk einen Teil der Zeit.

Aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen.

(Abraham Lincoln)

Comments

  1. Ingolf Thiel says

    Der wohl mit abstand genialste und sozial kritischste Vortrag den ich jeh gehört habe, hätte ihm zwei mal die note 1 gegeben. Absolute hammer

  2. Müller, Matthias says

    Also den Vortrag finde ich auch sehr gut, wobei ich sagen muss das ich den letzten Teil mit dem
    Fernsehen das nicht ganz so sehe. Man muss sich, denke ich, selber fragen wofür einem der Fernsehen zu nutze sein soll, wenn er mich informieren soll dann bin ich wohl mit den privaten Sendern nicht gut beraten. Aber wenn er ich unterhalten soll warum sollte ich mir dann nicht eine Folge von CSI anschauen dürfen.

    Grüße Müller, Matthias

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